Barbershop
_________________________________________________________________________________________________

In den Jahren zwischen 1860 und 1940 hat sich im Englischsprachigen Raum ein Musikstil entwickelt, der auf vierstimmigem A-Capella Gesang mit sogenannten „Closed Harmonies“ basiert.

Es gib t viele Legenden über die Entstehung. Eine davon besagt, dass in den New Yorker Friseursalons – den BARBERSHOPS- sich die Wartenden die Zeit mit Singen vertrieben haben. Eine bekannte Melodie wurde angestimmt. Weitere Stimmen fielen ein, die jeweils in Harmonien dazu gesungen haben. So verschmolzen über die Zeit amerikanische Folk-Art mit italienischem Belkanto und Elementen des Jazz. Immer öfter wurden die Gesänge auch auf anderen sozialien Zusammenkünften, wie Parties oder Picnics, angestimmt. Mehr und mehr Quartette und Chöre fanden sich zusammen, die sich schließlich organisierten in der Society for the Preservation and Encouragement of Barbershop Singing in America.

In den Jahren während des 2 Weltkriegs fanden sich auch mehr und mehr weibliche Chöre und Quartette zusammen, sodaß 1945 die Sweet Adelines Organisation gegründet wurde.

Barbershop basiert also auf 4 Stimmen, die nur ungefähr denen des klassischen Chores entsprechen:
Die Hauptstimme singt der LEAD, der ähnlich wie ein Mezzosopran klingt
Das harmonische Fundament dazu bildet der BASS, der einem Kontra-Alt entspricht. Es ist erstaunlich wie tief manche Frauen singen können. Wer sich deshalb in einem konventionellen Chor nie richtig wohl gefühlt hat: Wir brauchen Dich!
Zwischen LEAD und BASS füllt der BARITONE den Zwischenraum. Er ist oft nicht zu hören, wenn er singt, aber es ist immer zu hören wenn er nicht singt. Die musikalische Entsprechung ist die eines Altes.
Über allem schwebt der TENOR. Oft verglichen mit dem Sopran, aber viel leichter und ohne Vibrato. Sopräne müssen sich auch erst mal dran gewöhnen, dass sie nicht die Melodiestimme haben !

Werden die vier Akkorde richtig gesungen und klar intoniert, gibt es als freiwillige Zulage noch etwas dazu: den Oberton. Obertöne zu erzeugen ist das Ziel jedes Quartetts, jedes Chors, jedes Chorleiters und vor allem jedes Coaches! Sie erzeugen richtig Gänsehaut und sorgen für den Wow-Effekt. Sollte sich jeder mal selbst davon überzeugen....

Aber nicht nur die Ohren bekommen was geboten, sondern auch die Augen: Die Aussagen der Stücke werden untermalt durch eine geeignete Choreographie und in koordinierte Bewegung umgesetzt. Damit tun wir uns am Anfang oft recht schwer, aber wer einen großen Chor mal life sehen konnte wird es bestätigen: Überwindung lohnt sich. Die Effekte sind atemberaubend.

_________________________________________________________________________________________________
Nachricht an die Webmasterin